Schnell sprach sich die Nachricht in der ganzen Schule herum. Kurz darauf wurde die Stelle abgesperrt. Alle Kinder, die vorbeiliefen, nahmen große Rücksicht auf das kleine Wildtier und schauten es sich ruhig aus einiger Entfernung an. Wildtiere soll man nicht einfach so anfassen. Frau Kappelhoff und Frau Immink zeigten den Kindern daher Nahaufnahmen von dem Tier, auf denen die kleinen Forscherinnen und Forscher sehen konnten, dass es noch ein sehr junges Tier sein musste, weil es noch kein Fell hatte.

Aber was tut man mit einer Fledermaus, die man gefunden hat? Fledermäuse stehen unter Naturschutz. Das bedeutet, dass man sie nicht stören, fangen, verletzen oder töten darf. Das Tier konnte nicht einfach an der Wand bleiben. So ein junges Tier würde das nicht überleben. Frau Mönninghoff, Frau Oruç-Kerem und Herr Koch telefonierten mit Fledermausfachleuten bis nach Berlin und trugen alle Informationen für die Rettung zusammen. Nach einigen wertvollen Hinweisen erfuhren sie über den NABU (Naturschutzbund) des Kreises Borken, dass es in Ahaus eine ehrenamtliche Fledermausexpertin gibt. Als sie von dem Fund hörte, kam sie sofort nach Gronau und untersuchte das Tier. Die Vermutung der Kinder war richtig: Die kleine Fledermaus war noch ein Baby und erst eine Woche alt.
Die Expertin nahm nun das Tier ganz vorsichtig mit einem Tuch von der Wand. Nun konnten die Kinder aus der Nähe das Jungtier bestaunen und lernen, dass es sich um eine Zwergfledermaus handelte. Die Expertin nahm das Tier für diesen Tag zur Pflege mit nach Hause. Am selben Abend – kurz vor Sonnenuntergang – traf sie sich mit Frau Neumann an der Schule für einen besonderen Plan: Die junge Fledermaus wurde auf eine angenehm warme Wärmflasche gesetzt. Nun sollte das Tier dort sitzen. Manchmal rufen die jungen Fledermäuse nämlich ihre Mütter. Mit viel Glück kommen sie dann und holen sie wieder ab. Leider hatte die kleine Fledermaus in dieser Nacht keinen Erfolg.

Am nächsten Tag hat Frau Neumann das Tier nach fachkundiger Anleitung gewärmt und mit spezieller Welpenmilch versorgt. Auch im Unterricht wurde das Thema aufgegriffen: Die Kinder lernten, welche Dinge man für die Rettung braucht, sie recherchierten zu Fledermäusen und fertigten Zeichnungen an. Einige Kinder konnten die Pflege aus der Nähe miterleben. Die kleine Fledermaus fühlte sich in der Lindenschule scheinbar sehr wohl, denn sie wurde mit der Zeit ein bisschen aktiver. Nach einem weiteren vergeblichen Versuch, das Tier von seiner Mutter abholen zu lassen, wurde die Fledermaus schließlich von der Expertin abgeholt. Sie wird sich nun gut um das Tier

kümmern. So junge Fledermäuse brauchen ganz besondere Fürsorge. Sie müssen beispielsweise alle zwei Stunden mit Milch versorgt werden. Später bekommen sie Maden als Nahrung. Außerdem lebt die kleine Fledermaus aus der Lindenschule nun mit anderen Fledermäusen zusammen. Das tut ihr sehr gut. Wir freuen uns, dass die Rettungsaktion gut ausgegangen ist, danken der Expertin für ihre großartige Hilfe und wünschen der Fledermaus alles Gute. Im August soll sie vielleicht sogar an der Lindenschule wieder ausgewildert werden.
Mehr Infos gibt es unter www.fledermausschutz.de
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